Änderungsvertrag minijob muster

Postat de la 08 Jul 2020

Wurde eine Änderung der in der schriftlichen Erklärung des Arbeitsverhältnisses mitgeteilten Geschäftsbedingungen wirksam vorgenommen, so ist der Arbeitnehmer innerhalb eines Monats nach der Änderung schriftlich darüber zu informieren. Am wichtigsten, aber außerhalb des Arbeitsschutzrechts war die Änderung der Regelung der sogenannten marginalen Teilzeitarbeit im Jahr 2003 als Teil des Hartz-Reformpakets. Im Gegensatz zu früher, restriktiveren Regelungen für kleine Teilzeitarbeitsplätze, hob die Reform von 2003 die Einkommensgrenze auf 400 EUR pro Monat (450 EUR ab 2013) an, schaffte die wöchentliche Arbeitszeitobergrenze von 15 h ab und erlaubte marginale Teilzeitarbeit als Zweitbeschäftigung. Das Besondere an der marginalen Teilzeitarbeit oder minijobs in Deutschland ist die Tatsache, dass die Beschäftigung in geringfügiger Teilzeit nicht für Einkommensteuern und Arbeitnehmersozialversicherungsbeiträge haftet, während gleichzeitig kein vollständiger Sozialschutz bietet. So können Einkünfte aus Minijobs ohne Senkung der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge erhalten werden. Aber wenn man mehr als 450 EUR verdient (oder wenn mehr als einer dieser Arbeitsplätze kombiniert wird), beginnt die volle Besteuerung und eine schrittweise Phase in die Sozialversicherung. Daher wirkt die 450-Euro-Schwelle stark abschreckend, mehr zu verdienen oder zu arbeiten. Diese Regelung ist jedoch sehr attraktiv und beliebt bei Zweitverdienern wie verheirateten Frauen, Menschen mit einem vollständig sozial geschützten ersten Arbeitsplatz sowie Studenten und Rentnern. Seit 2003 hat nicht nur der Ausbau von Minijobs stattgefunden, sondern auch die weitere Umstrukturierung einiger privater Dienstleistungen wie Einzelhandel oder Hotel- und Gaststättengewerbe, wo die meisten dieser Arbeitsplätze konzentriert sind. Es gibt einige Hinweise darauf, dass reguläre Teilzeit- und Vollzeitarbeitsplätze verdrängt wurden, und die Arbeitgeber haben einen Teil der Vorteile auf Arbeitnehmerseite durch die Senkung der Bruttostundenlöhne (Eichhorst et al. 2012; Hohendanner und Stegmaier 2012). Wie bei der befristeten Beschäftigung hat sich auch die Leiharbeit in den letzten Jahrzehnten zunehmend liberalisiert, wobei der wichtigste Deregulierungsschritt 2003 im Rahmen der Hartz-Reformen unternommen wurde. Hier wurden praktisch alle Beschränkungen der Leiharbeit aufgehoben, wie die maximale Dauer der Arbeitsverträge, das Verbot der Synchronität zwischen Arbeitsvertrag und Einzelaufträgen oder das Wiedereinstellungsverbot.